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Archive for the Tag 'Sommer'

Der Anfang

Anfang und Ende sind sich schon recht ähnlich, nur beim einen ist man betrunken. So wie jetzt z.B., als ich diesen Herrn Tiefsinn versuche loszuwerden. Um mit einem jungen Mann nach Hause zu schlendern. Nahezu identisch sind sich A und O darin, dass sie selbstständig gesetzt werden. Diesen jungen Mann musste ich auch erst mal definitiv aufgabeln, um Mr. Tiefsinn Adieu zu sagen, während ich noch versuche, aus den Augenwinkeln ins Nebenzimmer zu glubschen, um die Abschiedstournee kurz zu halten.

Lange nicht so nah dran gewesen, an der guten alten Welt – aber das denke ich erst, als der junge Mann (er heißt Andi) und ich über die Alster laufen, die Horde schon lange hinter uns gelassen haben. Andi ist nett, sagt nicht sehr viel, und lässt mich reden, hiervon und davon, ich vergnügt und entzückt über den spontanen Einfallsreichtum. In Kopf und Oberkörper habe ich immer noch das Gedudel von eben und untermale mein hysterisches Blabla mit wippenden Schultern. Und eigentlich passiert nichts – die Wellen machen Klatschgeräusche und Andis Sommersprossen funkeln grünlich grinsend erzählen wir uns unsere Meinungen, nur zum Spaß tasten wir uns vorsichtig vor und trotzdem.

Irgendwie ist es schon dasselbe, ob die Welt in ihrer Schunkelbewegung innehält oder sich die Ereignisse überstürzen.

Wir küssen uns wie Fische und prusten los. Unser Lachen hallt zurück und ich denke, ich habe was gefunden, einen blinkenden Groschen. Andi und ich singen Beatles, abwechselnd, einer von uns ist immer die Gitarre. Es war schon dumm, das Schöne nur im Dreck zu sehen.

Andis Haare sind salzig und feucht, das macht die Luft mit Süßwasserfischen. Süßwasserfische, das sind wir, und wir polieren uns zärtlich die grüngoldenen Schuppen. Andi sagt: „Komm, lass uns an die Oberfläche tauchen!“

Ist der Sommer nicht viel besser zum Verlieben?

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